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hier gibt’s Neues vom MARS.

Marketing rund um Weihnachten

Ist Weihnachten wirklich die wichtigste Zeit fürs Marketing?

Jedes Jahr im Dezember taucht die gleiche Frage auf: Ist Weihnachten die Hochphase des Marketings? Die kurze Antwort lautet: Ja – aber aus Gründen, die selten jemand offen anspricht.

Ein Blick auf die nüchternen Fakten zeigt ein anderes Bild, als viele erwarten.

Umsatzschub aus praktischen Gründen
Ein großer Teil des Jahresumsatzes fällt ins vierte Quartal. Das liegt weniger an festlicher Stimmung, sondern an ganz banalen Dingen: Budgets müssen ausgegeben werden, Boni stehen an und Jahresabschlüsse rücken näher. Die Kauflaune steigt nicht wegen Emotionen, sondern wegen Deadlines.

Werbung wird teurer – nicht besser
In vielen Branchen steigen die Werbeausgaben im Dezember um 20–40 %. Nicht, weil „Magie in der Luft liegt“, sondern weil die Anzeigenpreise kräftig anziehen. Niemand möchte in dieser Zeit unsichtbar werden – und genau das treibt die Kosten hoch.

Mehr Sichtbarkeit heißt nicht automatisch mehr Erfolg
Die Conversion Rates ziehen nicht im gleichen Tempo an. Viele Kampagnen laufen sogar schlechter als im Frühjahr. Dennoch sieht es nach Erfolg aus, weil insgesamt mehr gekauft wird. Der Umsatz steigt – die Effizienz nicht unbedingt.

Weihnachten als Lagerbereinigung
Ein Punkt, den kaum jemand ausspricht: Weihnachten ist oft weniger die große Marketingphase, sondern eher die Zeit, in der Lagerbestände reduziert werden. Vieles, was verkauft wird, soll einfach raus – nicht, weil es ideal zur Marke passt.

Warum Weihnachtswerbung selten mutig ist
Dass Weihnachtswerbung so oft vorhersehbar wirkt, hat einen einfachen Grund: In dieser Zeit möchte kaum jemand ein Risiko eingehen. Lieber folgen Marken bekannten Mustern, statt Neues auszuprobieren.

Warum behandeln wir den Dezember wie eine Ausnahmesituation, statt ihn als Härtetest zu betrachten? Wenn eine Marke nur dann gute Zahlen schreibt, wenn ohnehin alle mehr kaufen, ist das kein Beweis für starkes Marketing. Das ist Saisonalität.

Die spannendere Frage lautet deshalb: Wie schlägt sich eine Marke im Februar? Im August? Oder an einem ganz gewöhnlichen Mittwoch?

Weihnachten ist nicht die Königsetappe des Marketings

Es ist vielmehr der Moment, an dem sichtbar wird, welche Marken auch dann funktionieren, wenn keine Feiertage vor der Tür stehen.