Nach 15 Jahren Markenberatung habe ich hunderte Präsentationen gesehen. Und einen Fehler beobachte ich immer wieder: Dienstleister erzählen Abstraktionen statt Geschichten.
„Wir begleiten Unternehmen in der digitalen Transformation.“ „Wir schaffen nachhaltige Lösungen.“ Das klingt professionell. Aber es bleibt nicht hängen. Weil es keine Geschichte ist – es ist eine Behauptung.
Was ich dabei gelernt habe: Geschichten im Geschäftskundenbereich funktionieren anders als gedacht. Sie brauchen keine dramatischen Heldenreisen. Sie brauchen Glaubwürdigkeit durch Genauigkeit.
Der Unterschied:
Nicht: „Wir verbessern Abläufe.“
Sondern: „Montagmorgen, 8:47 Uhr. Meine Kundin öffnet ihre Übersicht und sieht zum ersten Mal seit drei Jahren die Liquidität der nächsten 90 Tage. Auf einen Blick. Sie schreibt mir: ‚Ich habe das Wochenende nicht an die Zahlen gedacht.’“
Das ist eine kleine Geschichte. Und sie wirkt stärker als jede Leistungsbeschreibung.
Was in meiner Erfahrung funktioniert:
- Genauigkeit vor Dramatik. Keine Metaphern. Konkrete Einzelheiten. Zeitangaben. Echte Momente. Je präziser, desto glaubwürdiger.
- Der Vorher-Moment ist entscheidend. Nicht abstrakt („ineffizient“), sondern fühlbar („jeden Freitag bis 22 Uhr im Büro, um den Wochenbericht zusammenzuklicken“).
- Dein Kunde ist der Held. Immer. Du bist derjenige, der den entscheidenden Hinweis gibt. Nicht mehr, nicht weniger.
Wo du diese kleinen Geschichten findest:
Sie passieren täglich. Im letzten Kundengespräch, wenn jemand sagt: „Genau das war das Problem!“ In der Nachricht, die beginnt mit: „Wollte dir kurz Bescheid geben…“ In dem Moment, wo jemand plötzlich versteht, worum es wirklich geht.
Die wirksamsten Geschichten im Dienstleistungsbereich entstehen nicht am Schreibtisch. Sie sind bereits da – in deiner täglichen Arbeit. Du musst sie nur wahrnehmen und festhalten.
Was war der letzte greifbare Moment, in dem deine Arbeit für jemanden einen Unterschied gemacht hat?
